Ankommenszeit für Familien
Unser Konzept der Ankommenszeit beschreibt den behutsamen Übergang des Kindes von der familiären Betreuung in die Kinderkrippe. Im Mittelpunkt steht ein bedürfnisorientierter, flexibler Prozess, der die Signale, Gefühle und das individuelle Tempo des Kindes respektiert. Ziel ist der Aufbau einer sicheren, verlässlichen Beziehung zu den pädagogischen Begleitpersonen – als Grundlage für Wohlbefinden, Vertrauen und gelingendes Ankommen.
Unser Ankommensmodell ist in sechs Phasen gegliedert und berücksichtigt die Bedürfnisse aller Beteiligten, d.h. der Kinder, der familiären und der pädagogischen Begleitpersonen.
1. Information und Vorbereitung
In einem Erstgespräch werden wichtige Informationen über das Kind (wie z.B. Gewohnheiten, Bedürfnisse, Interessen, bisherige Betreuung und Gesundheit) ausgetauscht und alle Parteien lernen sich näher kennen. Eine offene und wertschätzende Kommunikation bildet die Basis.
2. Ankommen- Die ersten Tage
Das Kind wird von einer familiären Begleitperson begleitet, die seine Bedürfnisse erfüllt und Sicherheit gibt. Die pädagogische Begleitperson bietet Kontakt an, beobachtet das Kind und übernimmt schrittweise pflegerische Tätigkeiten – angepasst an die Signale des Kindes. Tempo und Ablauf werden individuell gestaltet. Der Austausch mit der familiären Begleitperson über eigene Gedanken und Gefühle gehört für uns selbstverständlich dazu.
3. Beziehung aufbauen
Eine zunächst feste pädagogische Begleitperson schafft Stabilität. Die familiäre Begleitperson unterstützt den Kontaktaufbau, bleibt emotional präsent und kommuniziert offen. Sicherheit entsteht durch allmählich vertraute Personen, Routinen, Räume, Rituale und eine klare Rollenverteilung.
4. Sich in der Einrichtung wohlfühlen
In dieser Phase kann sich die familiäre Begleitperson zunehmend zurückziehen und dem Kind mehr eigenen Raum geben. Das Kind nimmt von sich aus Kontakt zu seinem Umfeld auf, fängt an es selbständig zu erkunden und kann sich mehr und mehr lösen.
Kinder weinen hin und wieder in der Ankommenszeit. Dies ist ein wichtiger Ausdruck von Gefühlen und darf zugelassen werden. Pädagogische Fachkräfte begleiten empathisch, bieten Co-Regulation an und vermeiden Überforderung oder Ablenkung. Verschiedene Formen des Weinens geben Hinweise auf das Befinden des Kindes.
5. Bereit für den Abschied
Ein erster Abschied erfolgt nur, wenn Kind, familiäre Begleitperson und Fachkraft gemeinsam zustimmen und das Kind genug Sicherheit und Wohlbefinden zeigt (z. B. Spielbereitschaft, Kontaktaufnahme, ruhige Atmung). Stresssignale bedeuten für uns, dass noch kein Abschied durchgeführt wird.
6. Vom Abschied zum Alltag in der Einrichtung
Die Zeit in der Krippe ohne familiäre Begleitperson wird langsam verlängert. Das Kind integriert sich zunehmend in den Gruppenalltag. Rückschritte sind normal, etwa nach Krankheit oder Pausen. Eine Ankommenszeit gilt als abgeschlossen, wenn das Kind sich wohlfühlt, die Routine kennt, interagiert und sich von den pädagogischen Begleitpersonen trösten lässt.
Kinder unter einem Jahr in der Ankommenszeit
Kinder unter einem Jahr haben einen anderen Rhythmus als die älteren Kinder. Sie schlafen und essen zu anderen Zeitpunkten und benötigen intensivere Aufmerksamkeit. In der Eingewöhnungszeit und den ersten Monaten legen wir sehr viel Wert darauf, den vertrauten Rhythmus des Kindes zu übernehmen und passen uns diesem an. Wir gestalten unseren Tagesablauf entsprechend seiner Bedürfnisse bis es sich an die Gruppenroutine angeglichen hat.
Tagesablauf
Neben den Bezugspersonen und der Peergroup des Kindes, sowie den räumlichen Gegebenheiten, dient ein strukturierter Tagesablauf mit Ritualen als Orientierung für die Kinder und deren Familien.
Für Kinder ist eine täglich wiederkehrende Routine, aber auch das Vorhandensein von Freiräumen für die individuelle Gestaltung von ausschlaggebender Bedeutung. Sie gewinnen durch einen rhythmischen Tagesablauf das Gefühl der Sicherheit und Kontrolle. Die täglichen Übergänge (z.B. der Wechsel vom Gruppenraum in den Garten) sind Schlüsselsituationen, in denen Kinder die Kompetenzen erwerben, mit Veränderungen umzugehen und neue Situationen zu meistern. Diese werden durch wiederkehrende Routine erleichtert. Da die Abläufe vertraut und vorhersehbar sind, können die Kinder aktiv und selbstständig am Geschehen mitwirken.
Feste Elemente im Tagesablauf sind beispielsweise:
- Ankunft in einer Gruppe
- Morgenkreis/ Frühstück
- Aktivitäten/ freie Bildungsphase (Freispiel)
- Mittagessen
- Schlafens- und Ruhezeit
- Snack
- Abschied
Begrüßung
Um das tägliche Ankommen am Morgen für das Kind und die Eltern zu erleichtern, schaffen die pädagogischen MitarbeiterInnen eine gemütliche und einladende Atmosphäre, indem sie den Raum vorbereiten und jede Familie herzlich in Empfang nehmen. Die Kinder und die pädagogischen MitarbeiterInnen beginnen den Tag mit einem gemeinsamen Morgenkreis. Jedes Kind wird im Morgenkreis individuell begrüßt und kann sich Lieder oder Singspiele in beiden Sprachen selbstständig aussuchen. Durch den zusätzlichen Einsatz von Instrumenten werden erste Rhythmuserfahrungen ermöglicht.
Im anschließenden gemütlichen Frühstück genießen die Kinder das Zusammensein in der Gruppe und stärken sich für den aktionsreichen Vormittag.
Die Bedeutung des Spiels
Spielen ist lernen – Spiel ist Bildung.
Uns ist es wichtig, dass alle Kinder ausreichend Zeit zum freien Spiel haben. Spielzeuge und Spielmaterialien stehen ihnen zur freien Wahl zur Verfügung. Im Spiel setzen sich die Kinder aktiv und zwanglos mit ihrer Umwelt auseinander und machen dabei ihre eigenen persönlichen Erfahrungen. Sie erhalten dadurch eine elementare Grundlage für ihre zukünftige Bildung (Konzentrationsfähigkeit, Logisches Denken, Kreativität, Selbstständigkeit, Frustrationstoleranz, etc.) Das kindliche Spiel schafft ideale Voraussetzungen für erfolgreiche Lernprozesse in allen Bereichen der frühen Bildung.
Die Kinder erwerben Wissen über sich selbst (Ich-Findung, Persönlichkeitsentwicklung, Kennenlernen von eigenen Fähigkeiten und Grenzen). Sie erweitern ihre sozialen und sprachlichen Kompetenzen und erwerben Wissen über Materialien und deren Funktionsweise.
Im Rollenspiel verarbeiten sie ihre Erlebnisse und Erfahrungen und stärken somit ihre Fähigkeiten, alltägliche Herausforderungen zu bewältigen. Das Spiel ist für uns von großer Bedeutung und nimmt im Alltag einen hohen Stellenwert ein. Wir haben ein echtes Interesse am Thema Bildung durch Spiel und begleiten so die Lernprozesse der Kinder.
Im tagtäglichen Verlauf bieten wir den Kindern Aktivitäten in den verschiedenen Bildungsbereichen an, wobei eine Wahlmöglichkeit für die Kinder besteht. Ausgang für die Gestaltung der Aktivitäten, sind immer die Interessen der Kinder. Beispiele für Aktivitäten im Alltag sind: Matschen und Malen, Bewegungsparcours, Naturtage und Ausflüge, Sinneserfahrungen, Spiele am Tisch, Rollenspiele, Freispiel und so weiter…
Essen
Essen ist mehr als satt werden: gemeinsame Mahlzeiten im pädagogischen Alltag sind Schlüssel- und Bildungssituationen, die von hoher Bedeutung sind. Le Jardin achtet auf eine möglichst gesunde, abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung. Außerdem berücksichtigen wir Lebensmittelallergien und Lebensmittelunverträglichkeiten der jeweiligen Kinder.
Wir legen großen Wert auf eine gesunde, nachhaltige und ausgewogene Ernährung der von uns betreuten Kinder, damit sie sich bestmöglich entwickeln können.
Daher verwenden wir bei sämtlichen Mahlzeiten – Frühstück, Mittagessen und Snack – Bio-Produkte und bevorzugen regionale und saisonale Produkte. Hierbei orientieren wir uns bei der Speiseplangestaltung an dem „DGE-Qualitätsstandard für die Verpflegung in Kitas“ . Das Mittagessen wird täglich frisch und lecker von unserem öko-zertifizierten Caterer „La Bouche“ zubereitet und geliefert.
Schlaf- und Ruhezeiten
Im Alltag benötigen Kinder Ruhe- und Entspannungsphasen.
Das Schlafbedürfnis des Kindes ist je nach Altersstufe und Persönlichkeit sehr unterschiedlich. Feste Schlaf- und Ruhezeiten bieten den Kinder Entschleunigung und eine Strukturierung ihres Tages. Es ist uns wichtig, auf die individuellen Schlafbedürfnisse einzugehen und diese zu respektieren. Jedes Kind hat bei uns seinen eigenen Schlafplatz, wo es sich sicher und geborgen fühlen kann.
Im Hinblick auf die Veränderung der Schlafsituation des Kindes sind unsere MitarbeiterInnen im engen Austausch mit den Eltern. Dadurch gewährleisten wir die aktive Mitgestaltung der Übergänge des sich wandelnden Schlafrhythmus.
Aufgrund des Respektes vor dem Schlaf der Kinder achten wir in der Krippe darauf, möglichst keine Kinder zu wecken.
Wir ermöglichen den Kindern Ruhezeiten, um ihnen einen Ausgleich zum aktiven Vormittag zu bieten. Auch für die älteren Kinder bieten wir Ruhe- und Rückzugsbereiche, die die Kinder nach eigenem Bedarf nutzen können.
Pflege
Die Pflege ist ein zentraler Bestandteil unseres Alltags und unseres pädagogischen Handelns. Die Kinder werden aktiv an ihrer Pflege beteiligt. Das Kind lernt dadurch, seine eigenen
Bedürfnisse wahrzunehmen und was wichtig für seinen Körper ist und ihm gut tut.
Wir bieten in jeder Einrichtung eine kindgerechte und altersentsprechende Sanitärausstattung, die einen schrittweisen selbständigen Zugang und eine selbstständige Nutzung ermöglicht.
Diese Pflegemomente sind wichtige Bestandteile unseres Alltags und ermöglichen ein intensives und dialogisches Miteinander mit dem einzelnen Kind. Wir achten darauf, dass diese Zeiten individuell gestaltet werden und auf einer einfühlsamen und respektvollen Zuwendung zu dem Kind beruht. Intimität und körperliche Bedürfnisse der Kinder werden in der Pflege berücksichtigt und respektiert.
Durch kontinuierlichen Austausch mit den Eltern können wir die Bedürfnisse jedes einzelnen Kindes genauer erkennen und individuell darauf eingehen.
